Vakuum-Tiefziehen einer Kabinenhaube für die ASW 22B

Meine ASW 22B von Graupner hat schon ein paar Jährchen am Buckel und so wundert es nicht, dass die Kabinenhaube nicht mehr lieferbar ist.
Leider ist sie mir zerbrochen, als der Segler bei einer missglückten Landung einen Salto schlug.

Da ich "immer schon" ausprobieren wollte, wie das Vakuum-Tiefziehen nach dieser Anleitung von Christian Forrer funktioniert, war das also die passende Gelegenheit.

Zunächst fertigte ich mir aus Balsaholz ein Model der Kabinenhaube unter Zurücklassung eines erklecklichen Haufen von Abfallholz.

Christian Furrer gibt an, dass er das Schleifen mit 400er Papier für ausreichend erachtet. Ich habe mich trotzdem dazu entschlossen, das Holz zu spachteln...

...zu verschleifen...

...und zu lackieren.

Danach habe ich mit kleinen Abwandlungen die Kiste nachgebaut. Unten ist sie noch ohne das Staubsaugerloch und die Führungen zu sehen, die Furrer am ende seines Berichtes erwähnt.

Es fehlt noch die Dichtung an der oberen Fläche zm Rahmen hin sowie die Führungen.

Hier ist sie schon am "Einsatzort".
Ich habe den Rahmen ein bisschen abgewandelt. Er ist genau so groß wie ein Backblech und wird auch wie ein solches ins Backrohr eingeschoben. Daher musste ich die Metallwinkel innen anschrauben, da der Rahmen sonst nicht einzuschieben gewesen wäre.
Am oberen Rand der Kiste sind nun auch schon Führungshölzer angeschraubt, die gewährleisten sollen, dass der Rahmen ohne viel nachzusehen auf die Kiste gepresst werden kann.

Ich habe das Model mit unbearbeitetem Balsa ergänzt, sodass es keine Hinterschneidungen gibt und man die form leicht aus der Folie entfernen kann. Außerdem habe ich sie erhöht, damit die Folie ausreichend Platz hat, sich an die Form anzuschmiegen.

Mein Rahmen besteht aus dem Rahmen selbst, der mit 4 Metallwinkeln verschraubt ist. Darunter ist eine Art flacher "Bilderrahmen" aus Sperrholz. Auf dem unteren Bild sieht man den Sperrholzrahmen hervorschauen. Ich habe ihn verbreitert und mit diesen Führungen wird er ins Backrohr eingeschoben.

Der erste Versuch misslang, die Hitze war mit 250 Grad zu hoch. Die Folie wurde dadurch zu weich und konnte sich umschlagen und Falten werfen.
Der zweite Versuch mit 210 Grad war erfolgreich. Ich verwendete dazu 0,4mm Folie "funny color" "Mobile-Folie" aus PVC, gekauft in der Bastelabteilung eines Supermarktes

Die Folie zeigt bei ganz genauem Hinsehen die Oberflächenstruktur der Form. Nachdem diese an einigen Stellen nicht 100%ig war, sind diese Stellen auch auf der Kabinenhaube zu sehen. Allerdings wirklich nur bei sehr genauem hinsehen. Auf einem Foto lässt sich das aufgrund der Spiegelungen nicht abbilden - zumindest nicht mit meiner Fotoausrüstung.

Allerdings ist zu bemerken, dass die Kabinenhaube aufgrund der Größe (ca. 20cm lang) und der relativ geringen Dicke der Folie (0,4mm) ein bisschen filigran wirkt. sie ist durchaus brauchbar, aber grenzwertig stabil.
Daher werde ich mit 0,7er Folie noch weitere Versuche machen, allerdings muss ich mir dazu einen etwas kleineren Rahmen bauen.